Schutzmaßnahmen bei der Amalgam-Entfernung

 

Wir führen in unserer Praxis Amalgam-Entfernungen unter umfangreichen Schutzmaßnahmen durch und unser Team ist dafür speziell geschult. Im Folgenden finden Sie die Auflistung der Schutzmaßnahmen, die wir bei der Amalgam-Entfernung anwenden:

 

1. Gute Durchlüftung des Behandlungszimmers

Während der Amalgam-Entfernung werden Außentüren und Fenster offen gehalten, um die Ansammlung von Quecksilberdampf in der Raum- und Atemluft zu vermeiden.

 

2. Aktivkohle-Drink

Aktivkohle ist ein altbewährtes Entgiftungsmittel. Sie hat den großen Vorteil, dass Sie völlig nebenwirkungsfrei ist und keine Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen kann - schließlich ist es reiner Kohlenstoff, wie er auch in unserem Körper natürlicherweise vorkommt.

Aktivkohle bindet Giftstoffe im Darm und scheidet sie mit dem Stuhl aus. Sie bekommen vor und nach der Amalgam-Entfernung jeweils ein großes Glas Wasser mit darin aufgelöster Aktivkohle zu trinken.

 

3. Schwefelhaltige Mundspülung

Bevor Sie den sog. Kofferdamm angelegt bekommen, müssen Sie für ca. eine halbe Minute mit einer schwefelhaltigen Lösung Ihren Mund ausspülen. Diese Lösung benetzt während der Amalgam-Entfernung die gesamte Mundschleimhaut.

Der Grund ist: Quecksilberdampf dringt durch den Kofferdam. Wenn man keine Schutzmaßnahmen ergreift, wird er von der Mundschleimhaut aufgenommen und wandert in das Gewebe und in das Gehirn. Der Schwefel bindet das Quecksilber und bildet Komplexe, die von der Mundschleimhaut nicht aufgenommen werden können.

 

4. Anlegen eines Kofferdams

Kofferdam ist ein gummiartiges Tuch aus Latex oder einem ähnlichen Material. Er wird über die zu behandelnden Zähne gestülpt und dichtet den Mund zum Rachen hin ab. Er hat zwei Aufgaben:

 

5. Anlegen einer Sauerstoff-Nasensonde

Damit Sie während der Amalgam-Entfernung keinen Quecksilberdampf einatmen, bekommen Sie über die Nase medizinisch reinen Sauerstoff zugeführt.

Das geschieht über eine sog. Sauerstoffsonde: Zwei dünne, kurze Kunststoff-Schläuche, die in die beiden Nasenlöcher eingeführt werden (im Foto rechts oben).

Der Sauerstoff wird über einen dünnen Kunststoffschlauch aus einer Druckflasche zugeführt. Mit der dazugehörigen Armatur wird die Sauerstoff-Menge (in Liter pro Minute) exakt eingestellt.

 

 

6. Anlegen einer mit Gold bedampften Atemschutz-Maske

Als zusätzliche Maßnahme wird eine spezielle Atemschutzmaske über der Nase befestigt. Sie ist außen mit Gold bedampft. Dieses Gold bindet bis zu 99 % des Quecksilbers in der Atemluft. Mit einer solchen Maske schützen auch wir uns Behandler vor den Quecksilberdämpfen.

Zusätzlich bekommen Sie eine Schutzbrille angelegt, die Ihre Augen vor Amalgamteilchen schützt, die beim Ausbohren herausgeschleudert werden.

 

7. Spezielle Absaugung für Quecksilberdämpfe

Im Raum befindet sich ein Luft-Ionisationsgerät,

das während der Behandlung auf die stärkste Absaugstufe gestellt wird und die Quecksilberdämpfe über spezielle Filter unschädlich macht.

Diese Absaugung verhindert die Ansammlung von Quecksilber in der Raumluft, was Ihrem und unserem Schutz dient. Gleichzeitig wird

die ausströmende Luft mit negativen Ionen (Anionen) angereichert. Diese begünstigen den Abbau von Aerosolen und Gasen in der Innenraumluft. Von freien Radikalen der ausströmenden Luft geht zudem eine keimhemmende Wirkung aus.

 

8. Verwendung spezieller Einmal-Hartmetallbohrer

Diese speziellen Bohrer sind extrem scharf und haben eine hohe Schneideleistung. Dadurch wird beim Herausbohren des Amalgams weniger Hitze erzeugt und weniger Hitze bedeutet weniger gefährlicher Quecksilberdampf.

 

Da die Schneideleistung bald nachlässt, werden diese Bohrer nur für eine Sitzung verwendet und danach entsorgt.

 

9. Keine zu hohen Drehzahlen beim Ausbohren des Amalgams

Damit möglichst wenig Quecksilberdampf entsteht, darf der Bohrer keine zu hohen Drehzahlen haben. Wir verwenden deshalb keine sog. Turbine, sondern ein sog. Schnellläufer-Winkelstück, dessen Drehzahl sich regulieren lässt.

 

10. Starke Wasserkühlung

Um die Hitzeentwicklung beim Ausbohren des Amalgams und damit die Entstehung von Quecksilberdampf möglichst gering zu halten, wird der Bohrer ständig mit Wasser gekühlt.

 

11. Leistungsfähige Absaugung im Mund

Damit wird zum Einen der entstehende Amalgamschlamm abgesaugt, zum Anderen auch der aufsteigende Quecksilberdampf.

 

12. Arbeiten mit Vier-Augen-Kontrolle

Wenn Amalgam entfernt wird, ist es wichtig, dass es restlos entfernt wird. Um keine kleinen Amalgamreste zu übersehen, kontrollieren Assistenzen zusätzlich zum Zahnarzt, dass nichts übersehen wurde.

 

13. Zerteilen der Füllung in wenige große Abschnitte

Je weniger im Amalgam geschliffen wird, desto weniger Quecksilberdampf entsteht. Deshalb werden die Amalgamfüllungen in wenige einzelne Teile zerschnitten, die wir am Stück entfernen. Diese Stücke sammeln wir in einem kleinen Glas, das Sie nach Abschluss der Amalgamentfernung mitbekommen. Der Grund ist: Für manche Maßnahmen bei der Entgiftung werden später Proben des früheren Amalgams benötigt. 

 

14. Gründliche Entfernung von Zementunterfüllungen

Unter dem Amalgam sind oft Zementfüllungen, in die auch Quecksilber eingedrungen ist. Auch diese müssen im Rahmen einer Amalgamsanierung sorgfältig entfernt werden. Oft ist auch das Zahnbein unterhalb von Amalgamfüllungen dunkel verfärbt, weil die Metalle aus dem Amalgam in dieses eindiffundiert ist. Deshalb muss auch das dunkel verfärbte Zahnbein entfernt werden.

 

 

15. Algen-Pulver zum Aufsaugen von Quecksilber

Quecksilber dringt aus den Amalgamfüllungen in das Zahnbein ein. Bestimmte Algen haben die Eigenschaft, Quecksilber an sich zu binden. Deshalb wird nach der Amalgamentfernung für mehrere Minuten Algen-Pulver in das Zahnloch eingebracht, damit es dieses Quecksilber aufsaugt. Danach wird es kräftig ausgesprüht und abgesaugt.

 

16. Gründliches Aussprühen des gesamten Mundes

Nach der Abnahme des Kofferdams wird der komplette Mundraum kräftig ausgesprüht und abgesaugt, um die Schwefellösung mit dem gebundenen Quecksilber zu entfernen.

 

17. Erneute Spülung mit der schwefelhaltigen Lösung

Aus Sicherheitsgründen lassen wir unsere Patienten danach noch einmal den Mund mit der schwefelhaltigen Lösung spülen, um auch letzte Reste von Quecksilber zu binden. Danach muss der Patient den Mund gründlich mit Wasser ausspülen.

 

18. Erneutes Trinken von Wasser mit medizinischer Aktivkohle

Zum Schluss der Schutzmaßnahmen bekommt der Patient noch einmal Aktivkohle zum Trinken.

 

19. Endgültige oder provisorische Füllung der Zähne

Nachdem alles Amalgam unter strikten Schutzmaßnahmen entfernt worden ist, können die Zähne wieder gefüllt werden. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten:

  1. Provisorische Füllungen für einige Monate und danach endgültige Versorgung der Zähne

(wird empfohlen, um die Entgiftung aus Zahn und Kieferknochen anzuregen)

oder sofortige endgültige Füllung der Zähne mit getesteten Materialien